Tagestipps

Sonntag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Nachspiel

Emanzipation durch Fußball Eine deutsche Trainerin auf Mission in Gambia Von Martina Keller Monika Staab ist eine der erfolgreichsten Fußball-Trainerinnen der Welt und eine der Pionierinnen des deutschen Frauenfußballs. Nach ihrer aktiven Zeit, in der sie u.a. für PSG Paris, Queens Park Rangers und den FC Southhampton spielte, holte sie als Trainerin mit dem 1. FFC Frankfurt vier Meistertitel, fünf Pokalsiege und den Europapokal. Seit 2007 ist sie in Fußballentwicklungsländern unterwegs - bisher in 23 Staaten, darunter Bhutan, Iran, Papua Neuguinea, Afghanistan. Derzeit arbeitet die 60jährige in Gambia, einem kleinen Land in Westafrika, in dem junge Fußballerinnen und Fußballer große Träume haben. Mädchen dürfen in Gambia nicht wie die Jungs auf der Straße kicken. Oft besuchen sie nur drei Jahre lang die Schule. Der Grund: Sie müssen sich früh um jüngere Geschwister kümmern und im Haushalt helfen. Monika Staab sieht Fußball auch als Mittel, um Frauen zu mehr Selbstbewusstsein zu verhelfen. Sie bildet im ganzen Land Trainerinnen und Lehrer aus, versucht in abgelegenen Regionen Spielbetrieb zu organisieren und berät die Coaches der Auswahlteams.

Sonntag 18:15 Uhr Ö1

Moment am Sonntag

Der Mensch und seine Steckenpferde Wenn regelmäßige Freizeitbeschäftigung zum Hobby mutiert Über Menschen, die in der Freizeit schnell in den Hobbyraum verschwinden, wird gern gelästert. Haben sie Zeit im Überfluss oder wollen sie nur ihre Ruhe haben? Echte "Hobbyisten" lassen sich nicht beirren. Sie tun, was sie gern tun - als Amateure oder wahre Meisterinnen. Manchmal wird das Hobby zum Beruf, manchmal zur Sucht. Sammeln, Malen, Handarbeiten, Tischlern, am Haus weiterbauen - es gibt zig Möglichkeiten. Selbst Fernsehen wird als Hobby angegeben. Existieren Menschen, die kein Steckenpferd haben? Was dann? Gestaltung: Andrea Hauer

Sonntag 18:20 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Sturmhöhe(1/2) Nach dem gleichnamigen Roman von Emily Brontë Aus dem Englischen von Gisela Etzel Mit: Bibiana Beglau, Alexander Fehling, Franziska Wulf u. v. a. Musik: Anne Clark und Murat Parlak Hörspielbearbeitung und Regie: Kai Grehn (Produktion: NDR/SWR 2012) Stürmisch, leidenschaftlich und verhängnisvoll ist die Liebesgeschichte zwischen den Stiefgeschwistern Catherine und Heathcliff. Für die Hörspielproduktion haben die britische Musikerin Anne Clark und der Pianist Murat Parlak Gedichte von Emily Brontë vertont. "Eine unerschrockene Hörspielbearbeitung, die sich weder vor dem Hochmoor noch vor der Liebe fürchtet." (Elisabeth Wagner, FAZ) "Diese Düsternis aus dem 19. Jahrhundert wird ganz in die Gegenwart transformiert, dass wir einen schaurigen Stoff von heute zu hören glauben." (Alexander Camman, ZEIT) (Teil 2, Sonntag, 19. Juli, 18.20 Uhr)

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Das Jahr Lazertis Von Günter Eich Regie: Fritz Schröder-Jahn Mit: Hans Paetsch, Wilfried Seyferth, Joseph Offenbach, Josef Dahmen, Günther Dockerill, Wolfgang Wahl, Bernt Werner, Anneliese Römer, Trudik Daniel Komposition: Siegfried Franz Ton: Wilhelm Hagelberg, Ingrid Sauberzweig Produktion: NDR 1954 Länge: 88"27 Gibt es ein Wort, das alle Geheimnisse klärt? In Günter Eichs Hörspielklassiker begibt sich Paul auf eine mühsame Reise ans andere Ende der Welt, um eben dieses Wort zu suchen. In einer Silvesternacht hört Paul ein Wort, ausgesprochen von jemandem, der in ein Gespräch vertieft an dem offenen Fenster seines Zimmers vorbeigeht. Für die Dauer, in der das Wort ausgesprochen wird, erscheint ihm die Welt "verwandelt und begriffen, aber im gleichen Hauch war es auch wieder vergessen". Und so begibt er sich auf die Suche nach diesem Wort, das alle Geheimnisse zu klären vermag. Er sucht in seiner Erinnerung nach dem Wort, kann sich aber nur an ein ähnliches, bedeutungsloses Wort erinnern: Lazertis. Das Jahr Lazertis ist das Jahr der Entscheidung für Paul und es ist das Jahr einer Reise, durch die er zu sich selbst gelangt. Am Ende findet er sich in einem Leprahospital, bereit zu einem anonymen Leben des Mitleidens. Wie so oft in Günter Eichs Texten behandelt das Hörspiel das mystische Verhältnis der Sprache zur Wirklichkeit. Günter Eich (1907 in Lebus/Oder geboren, gestorben 1972 in Salzburg) gehört zu den bedeutendsten Vertretern der "Trümmerliteratur". Das Mitglied der Autorenvereinigung "Gruppe 47" war einer der wichtigsten Hörspielautoren. Eichs Wirken im NS führte in den 1990er Jahren zu einer Debatte. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die Nachkriegsgedichte "Inventur" und "Latrine" (1948), die Prosasammlung "Maulwürfe" (1968) sowie die Hörspiele "Träume" (1951), "Der Tiger Jussuf" (BR 1961), "Unter Wasser" (SWF 1978), "Die Stunde des Huflattichs" (NDR 1980). Eich war Preisträger des Hörspielpreises der Kriegsblinden (1952) und des Georg-Büchner-Preises (1959). Das Jahr Lazertis

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Texte und Notizen von Hosea Ratschiller, Preisträger des Salzburger Stier 2017. Hosea Ratschiller, Humorexperte mit Nachhaltigkeitsgarantie, begibt sich für "Contra" in seinen Glossen, Kurzgeschichten und Tagebuchnotizen auf eine satirische Reise durch den Alltag. Ein maßgeschneidertes Konzept, bei dem die formale und inhaltliche Eleganz des Salzburger Stierpreisträgers 2017 besonders zur Geltung kommt. Als eloquenter Erzähler navigiert Hosea Ratschiller durch seine Geschichten und präsentiert eine humorvolle Indiziensammlung, die von den kleinen Dingen und den großen Ideen erzählt und auch davon, dass die Welt nicht in uns selbst ist, sondern um uns herum.

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Der Ethnologe ihrer Majestät Wie James Bond-Filme die Welt erklären Von Christoph Spittler Regie: Philippe Brühl Produktion: Deutschlandfunk 2020 Alle Bond-Filme sind Weltreisen. Und die Welt, die der Zuschauer durch die Augen des Agenten kennenlernt, ist voller rassistischer Stereotype. Voll fieser Asiaten, dümmlicher Afrikaner, lebensfroher Latinos, raffinierter Französinnen und tumber Deutscher. 1962, in der Hochphase der Dekolonisation, erscheint der erste Bond-Film. Das British Empire ist verloren - doch immerhin jettet 007 um die Welt und ve rteidigt mit der Walther PKK die postkoloniale Ordnung. Nebenbei spielt er den Reiseführer im unübersichtlichen globalen Dschungel, von dessen Bewohnern der Kinozuschauer der 60er-Jahre noch nicht allzu viel weiß. Bond-Filme sind die Völkerschauen der Nachkriegszeit. Die in ihnen gezeigten Bilder von anderen Kulturen gehören vielleicht zu den prägendsten, die in der Massenkultur je entstanden sind. Was für Bilder sind das, welche Hintergründe haben sie, und wie haben sie sich über die 007-Jahrzehnte verändert? Der Ethnologe ihrer Majestät

Sonntag 21:00 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Frank Zappas grandioser Vorstoß in den Big-Band-Fusion-Jazz Frank Zappa hat sich selbst bevorzugt als Rockmusiker bezeichnet, obwohl er als Einflüsse für sein ebenso vielfältiges wie umfangreiches kompositorisches Schaffen die Kompositionen Edgar Varèses ebenso nannte wie den Doo-Wop der 1950er Jahre oder die Musik Johnny "Guitar" Watsons. Als Jazzmusiker verstand er sich nie, aber das hatte wohl auch außermusikalische Gründe. Jedenfalls finden sich in Zappas Werk von Anbeginn und bis zuletzt immer wieder Stücke, Passagen, Zitate und Improvisationen, die durchaus einem Jazzidiom zuzurechnen sind, auch wenn er dabei nie der Jazztradition folgte. Vielmehr zeigte Zappa in seiner stets innovativen und originellen Musik immer wieder mögliche neue Pfade auf, die dann auch von Jazzmusikern beschritten wurden und bis heute werden, vor allem im Fusion-Jazz und in den Überschneidungen von Jazz und Neuer Musik. Ein Album kann dafür als exemplarisch und herausragend angesehen werden, nämlich "The Grand Wazoo" von 1972: Zappa besticht hier mit komplexen Instrumentalstücken in klangfarbenreichen Big-Band-Arrangements und schlägt stellenweise sogar für ihn sonst eher untypische, lyrische Töne an. Gestaltung: Michael Neuhauser

Sonntag 21:05 Uhr NDR Info

Das Hörspiel

Matildas letzter Sommer Nach dem Roman von Mary Wesley Bearbeitung: Andrea Czesienski Regie: Steffen Moratz Mit Hedi Kriegeskotte, Barnaby Metschurat, Winfried Glatzeder DLF Kultur 2018 Das Cottage ist geputzt und aufgeräumt, die letzten Briefe sind geschrieben, Matilda hat alles geregelt. Doch weil Jugendliche ihren Lieblingsstrand belagern, an dem Matilda ihrem Leben ein Ende setzen wollte, muss sie sich die Zeit bis zur nächsten Flut im nahe gelegenen Hafenstädtchen vertreiben. Hier läuft ihr der polizeilich gesuchte Muttermörder Hugh Warner über den Weg. Mit dem Entschluss, dem jungen Mann Zuflucht zu gewähren, beginnt für die lebensmüde Mittfünfzigerin ein letztes, großes Abenteuer. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 21:30 - 21:35 Uhr Nachrichten 22:00 - 22:05 Uhr Nachrichten Das Hörspiel

Sonntag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Literatur

Transit Marseille Schreiben auf der Flucht, 1940 und heute Von Johanna Tirnthal Marseille ist eine Stadt der Passage, und immer sind unter den Reisenden auch Flüchtlinge. Marseille ist eine Stadt der Passage, ihr Hafen seit Jahrhunderten Ort der Ankunft und Abreise. Unter denen, die hier ankamen und ankommen, sind viele Schriftsteller und Schriftstellerinnen. 1940 wurde Marseille zum letzten freien Hafen im von Hitlers Wehrmacht besetzten Frankreich. Zahlreiche deutschsprachige Exilanten versuchten, Schiffe zu finden und Europa zu verlassen. Unter ihnen war Anna Seghers, die die Atmosphäre unter den Exilanten in dem Roman "Transit" einfing. Seghers beschreibt das Ankommen und Abreisen und die Gesprächsthemen - Botschaftstermine, Visabedingungen, Schiffspassagen, Geldverdienen - als permanentes Transitgeflüster, das in der Hafenstadt schon seit phönizischen und römischen Zeiten zuhause sei. Heute, 80 Jahre später, irren andere Flüchtlinge durch Marseille. Wieder sind unter ihnen Schriftsteller und Schriftstellerinnen. Ihre Gespräche ähneln denen, die Anna Seghers beschreibt: Die Flüchtlinge haben Angst vor Verfolgung, warten auf das nächste Papier und sind inmitten der Schönheit der Stadt einsam. Wie schreiben in dieser Situation?

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