Features im Radio

Features

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Gefährliche Beziehungen

Über Verstrickung und Lösung aus der Abhängigkeit (3). Gestaltung: Johannes Kaup Liebesbeziehungen sollten uns eigentlich Vertrauen, Sicherheit und Glücksmomente schenken, uns Halt geben und wachsen lassen. Doch bei manchen Beziehungen tritt genau das Gegenteil davon ein. Dann, wenn man sich beispielsweise auf eine Beziehung zu einem narzisstischen Soziopathen eingelassen hat. Das sind Menschen, die nur an sich und ihre eigene Persönlichkeit denken, die sich durch die Erniedrigung des Partners - oder zumeist der Partnerin - selbst erhöhen, sich rücksichtslos nehmen, was sie wollen und beim Partner auch noch Abhängigkeit und Schuldgefühle erzeugen. Solche Soziopathen hegen Misstrauen und Neid, und lassen ihren Ärger und Zorn am Partner oder an der Partnerin aus. Sie isolieren sie von familiären und freundschaftlichen Beziehungen, benutzen sie, würdigen sie herab, tyrannisieren sie und üben Gewalt aus, bis das Selbstwertgefühl der Opfer schwer beeinträchtigt ist. In nicht wenigen Fällen sind auch "Stalking" und Sadismus mit im Spiel. Die Tragik der Situation besteht darin, dass die Partnerin darin dermaßen verstrickt ist, dass sie sich wegen der eigenen Minderwertigkeits- und Schuldgefühle noch mehr zu ihm hingezogen fühlt. Selbst nach Erfahrungen massiver Gewalt müssen Angehörige und Freunde oft ohnmächtig mitansehen, wie das Opfer entgegen aller Vernunft und Hilfsangebote wieder in den Bannkreis des Gefährders zurückkehrt. Der Polizei und den Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt sind die Hände gebunden, solange das Opfer nicht von selbst über die erfahrene Gewalt wahrheitsgemäß aussagt oder um Hilfe ansucht. In der psychotherapeutischen Fachsprache nennt man diese Form der suchtförmigen Abhängigkeitsbeziehungen "Beziehungssucht", "toxische Beziehungen", beziehungsweise "Narzisstischer Missbrauch". Warum diese Beziehungen so schwer aufzulösen sind, hat damit zu tun, dass der narzisstische Partner den anderen emotional kontrolliert und in einem ständigen Wechselspiel von Liebesbezeugungen ("love bombing"), Entwertung und angedrohter Trennung gefügig macht. Je länger eine solche Beziehung dauert, desto mehr wird die Wahrnehmung des Opfers manipuliert, sodass mit der Zeit immer krassere Formen von Entwertung und Gewalt erduldet werden. Auch die krankhaft narzisstische Person selbst ist mangels eines gesunden Selbstwertgefühls und Vertrauens oft nicht in der Lage, das eigene manipulative Tun zu durchschauen, und rechtfertigt selbst Gewaltakte in der Beziehung mit einem Übermaß an Zuneigung. Das ist ein Zeichen einer sogenannten dependenten Kollusionsbeziehung, die nur sehr schwer aufzulösen ist. Wie kommt es zu solchen gefährlichen Beziehungskonstellationen? Wie können sie erkannt und demaskiert werden? Welche Interventions- und Therapieansätze gibt es dafür? Wie ist es möglich, dass die entstandenen seelischen Verletzungen wieder geheilt und das Leben selbstverantwortlich neu geordnet werden?

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Wie ideale Teams funktionieren Gemeinsam ans Ziel Persönlichkeit Wie viel Veränderung ist möglich? Das Kalenderblatt 25.11.1973 Erster autofreier Sonntag in der Ölkrise Von Regina Fanderl Wie ideale Teams funktionieren - gemeinsam ans Ziel Autorin: Marlen Fercher / Regie: Rainer Schaller "Das Team ist alles, ohne das Team ist alles nichts." Dieser Satz vom früheren Siemens Chef Joe Kaiser klingt erst mal schneidig und sozial. Aber stimmt das denn? Führt Schwarmintelligenz wirklich zu kreativeren Lösungen oder nur zur gemeinsam produzierter Mittelmäßigkeit? Teamarbeit kann man lernen und viel ist gewonnen, wenn man schon bei der Zusammenstellung der Leute auf ein paar wichtige Dinge abseits der offensichtlichen Fähigkeiten achtet. Ein Blick in die Geschichte der Polarexpeditionen lehrt wie wichtig die charakterlichen Eigenschaften und Typen sind. In einer isolierten Extrem-Situation wie der Antarktis muss man sich aufeinander verlassen können, ohne sich dabei in den Wahnsinn zu treiben. Die Sozialforschung aus diesen abgeschotteten Gebieten bringt wichtige Erkenntnisse, die jeder in seinem Alltag anwenden kann. Denn viele Dinge funktionieren heute nur in Teamarbeit, egal ob im Job, beim Sport oder in der Familie. Persönlichkeit - Wie viel Veränderung ist möglich? Autorin: Prisca Straub / Regie: Eva Demmelhuber Sobald der Mensch erwachsen ist, ändert er sich kaum noch? Ganz falsch, sagen Psychologen. Unsere Identität wird ständig neu gebildet - nur ein kleiner Kern bleibt nahezu konstant. Während in der frühen Lebensphase vor allem Eltern und Großeltern - manchmal auch Lehrer - besonders prägend auf uns wirken, nehmen im Erwachsenenalter wir selbst die Zügel in die Hand. Wir entscheiden, ob wir so bleiben wollen, wie wir sind, und in welchen Aspekten wir uns weiterentwickeln wollen. Die großen Triebfedern für Veränderung sind dann vor allem: Leid und Liebe. Jüngste Untersuchungen zeigen: Ein Umbau der Identität findet sogar noch im hohen Alter statt. Die Persönlichkeit eines Menschen kann sich gerade dann noch einmal grundlegend ändern. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Susanne Poelchau

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Kryptoökonomie

Potentiale und Gefahren (3). Gestaltung: Gerald Nestler Seit Wikileaks aufgrund einer Zahlungsblockade durch US-amerikanische Banken und Kreditkartenunternehmen am 14. Juni 2011 auf Bitcoin wechselte, macht diese neue Währung weltweit Schlagzeilen. Zunehmend zogen Kryptowährungen, Tokens und Blockchain die Aufmerksamkeit von Investoren, Politik und Medien auf sich, wie beispielsweise die heftigen Debatten um die von Facebook angekündigte Kryptowährung Libra zeigen. Während Kritiker - darunter Notenbanker und andere Wirtschaftsfachleute - Kryptowährungen als Spekulationsobjekte betrachten, wird ihnen von anderen Seiten das Potential zugeschrieben, Ökonomie und Gesellschaft umzuwälzen und neu aufzustellen. Gleichzeitig entstehen auf Basis kryptografischer Verschlüsselung aber auch bereits existierende ökonomische Modelle technologisch und ökonomisch "upgedated". Ein Beispiel dafür ist das neu angefachte Interesse an Komplementärwährungen. Sie sollen ökonomische, soziale und ökologische Ungleichgewichte kompensieren sowie die kulturelle Vielfalt bewahren bzw. erhöhen, meist auf der Ebene von Gemeinden oder Regionen. All diese Zukunftserwartungen beruhen auf der Blockchain, dem kryptografischen Transaktionssystem hinter diesen Währungen und Verträgen. Durch sie wird nicht nur das Vertrauen zwischen Menschen auf einen computergesteuerten, dezentralen P2P-Konsensmechanismus auslagert, vielmehr soll damit Teilhabe demokratisch auf den Geldverkehr erweitert werden. Aber was wäre eine zukünftige Kryptoökonomie? Was können wir uns darunter vorstellen? Nach der Definition des 2018 gegründeten Forschungsinstitut für Kryptoökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien bezieht sich der Begriff "auf die spieltheoretischen Anreizmechanismen, die ein verteiltes Netzwerk von Akteuren und Akteurinnen ohne klassische Intermediäre oder staatliche Verwaltungsinstitutionen steuern." Das Radiokolleg zum Thema Kryptoökonomie nimmt diese technologische Entwicklung unter die Lupe und versucht verständlich zu machen, wofür diese abstrakte Beschreibung steht. Gerald Nestler befragt Expert*innen aus der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Krypto-Community zu ihrer Einschätzung über die Potentiale und Gefahren, die uns erwarten. Belgeitet wird diese Radiokolleg Reihe von einem Klangkunstwerk. Sometimes A Thousand Twangling Instruments wurde vom Wiener Computermusiker und Medienkünstler Volkmar Klien gemeinsam mit den New Yorker Kunstproduzenten Snark.art an der Blockchain entwickelt und besteht aus 2000 frei arrangierbaren und mit Grafiken verbundenen Klängen. © Volkmar Klien und Snark.art, 2020.

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Kraftwerk

50 Jahre Mensch-Maschinen-Musik (3). Gestaltung: Stefan Niederwieser Kraftwerk war populäre Avantgarde. Die Band aus Düsseldorf hat vorrangig konzeptuell gearbeitet und eine visionäre Zukunft entworfen, die gleichzeitig zurückschaut auf jene Moderne, die durch Gräuel des Nationalsozialismus ein jähes Ende fand. Diese Konzepte haben Kraftwerk seit Anfang der 1970er Jahre in Töne gesetzt. Gemeinsam mit Fotografie, Bühne, Bildern, Texten und Typografie formten sie ein Ganzes, vielleicht sogar ein Gesamtkunstwerk. "Was man sicher behaupten kann, Kraftwerk gelang die größte Revolution in der Pop-Musik seit den Beatles", schreibt etwa Uwe Schütte in seiner kürzlich erschienenen Monographie über die Band. Das erste Album von Kraftwerk wurde 1970 veröffentlicht. Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben hatten die Band an einer Kunstakademie gegründet. Sie waren geprägt von Krautrock ihres Umfelds, aber auch von Musique Concrete, Fluxus und Rumorismo. Auf "Autobahn" schuf die Band gemeinsam mit Emil Schult vier Jahre später einen Meilenstein der Musikgeschichte. 22 Minuten lang wird eine Idee von Mobilität und endloser Bewegung zu Klang. Dabei sind Text und Plattencover so reduziert, dass sich Assoziationen zu motorisierter Freizeitkultur, zu einem deutschen Nationalsymbol, zur Nazi-Zeit und industriellem Fortschritt spinnen lassen. Das Album "Radio-Aktivität" setzt 1975 den Volksempfänger aufs Cover und bleibt beim sehr kontroversen Thema Atomkraft nicht ganz ohne Missverständnisse. "Trans-Europa Express" treibt die Band mit Geschwindigkeit und Rhythmus in eine Phase, die von einem grenzenlosen Europa träumt. Mit "Mensch-Maschine" ist 1978 der konzeptuelle Höhepunkt erreicht, einem komplexen Verwirrspiel mit politischen, ästhetischen und philosophischen Zeichen. Zudem wird mit "Das Model" ein für die Band relativ untypischer Song zu ihrem größten Hit. "Computerwelt" von 1981 sagt schließlich auf gespenstische Weise digitale Entfremdung, Überwachung und Big Data voraus.

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Trost Die Aussöhnung mit dem Unabwendbaren Pilgern Unterwegs zu heiligen Orten Das Kalenderblatt 25.11.1973 Erster autofreier Sonntag in der Ölkrise Von Regina Fanderl Trost - die Aussöhnung mit dem Unabwendbaren Autoren: Simon Demmelhuber und Volker Eklkofer / Regie: Rainer Schaller Die Angst, allein und verlassen im Dunklen zu sein, bedroht von namenlosen Schrecken, wird mit uns geboren. Die Nähe der Mutter, ihre Zuwendung und schützende Gegenwart hilft uns, das emotionale Chaos zu dämpfen. Das ist unser erster Trost, eine Erfahrung der Geborgenheit, des Weltvertrauens und der Angstbewältigung, die wir ein Leben lang suchen. Was uns später als Erwachsene tröstet, hängt von unserer Persönlichkeit, unseren emotionalen Möglichkeiten und akuten Bedürfnissen ab. Das kann ein Stück Schokolade, ein Wort, ein Blick, ein Natur- und Kunsterlebnis, eine Erinnerung oder eine spirituelle Erfahrung sein. Den tiefsten Trost aber spendet die Linderung der kleinen und großen Daseinswunden durch die "Medizin Mensch". Überlebenswichtig wird diese Kraftquelle, wenn wir nach Schicksalsschlägen in Schmerz und Trübsal erstarren. Aus dem Wunder der Tröstung wächst uns dann die Fähigkeit zu, das Unabwendbare anzunehmen und neu anzufangen, wo alles verloren und beendet scheint. Weil uns jemand oder etwas spüren lässt, dass wir im Dunklen nicht alleine und verlassen sind. Pilgern - unterwegs zu heiligen Orten Autorin: Sylvia Schopf / Regie: Frank Halbach Obwohl die Mehrheit der Menschen seit Jahrtausenden sesshaft ist, sind sie doch ständig unterwegs - nicht nur zur Arbeit und in den Urlaub, sondern auch auf Pilgerwegen. Und die Zahl derjenigen, die für eine gewisse Zeit zum "peregrinus" werden - zu einem, der in die Fremde geht - steigt weltweit, obwohl (oder weil?) wir in einer zunehmend säkularisierten Welt leben. So sind zum Beispiel jedes Jahr mehr Pilger aus aller Welt auf den Jakobsweg ins nordspanische Santiago de Compostella unterwegs. Auch zum größten religiösen Fest der Welt, der Kumbh Mela in Nordindien, zog es das letzte Mal mehr Pilger denn je: Über 100 Millionen Menschen kamen, um in der "heiligen Mutter Ganges" ein reinigendes Bad zu nehmen. Und auch die Zahl der muslimischen Mekka-Wallfahrer wächst beständig. Doch schon seit Jahrtausenden machen sich Menschen aus den unterschiedlichen Religionen immer wieder auf zu heiligen Orten, Flüssen, Bergen, zu Heiligen, zu Gurus. Warum eigentlich? Was sind - im wahrsten Sinne des Wortes - die "Beweg"Gründe für eine Pilgerreise? Und welche Formen, Rituale, Regeln gab und gibt es in den verschiedenen Religionen? Moderation: Florian Kummert Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 19:00 Uhr rbb Kultur

FEATURE

75 Jahre Benesch - Dekrete Vertreibung. Odsun - Das Sudetenland Von Vít Polácek und Matthias Schmidt Regie: die Autoren Produktion: MDR 2020 - Ursendung -

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Fluchthilfe für NS-Verbrecher Die Rattenlinien nach Argentinien In keinem Land der Welt haben so viele NS-Verbrecher nach dem Zweiten Weltkrieg Unterschlupf gefunden wie in Argentinien. Eichmann, Mengele, Schwammberger oder Priebke konnten hier jahrelang unbehelligt leben. Um einen angeblichen nationalsozialistischen Geheimbund, der seine Mitglieder nach Südamerika schleuste, ranken sich Legenden - insbesondere seit Frederick Forsyths Roman "Die Akte Odessa" und dem gleichnamigen Film. Nach Auffassung von Historikern hat es eine solche Organisation nicht gegeben. Was allerdings in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg existierte, waren mehrere Fluchtrouten nach Argentinien, über die fast 300 NS-Verbrecher und europäische Kollaborateure entkamen. Unter Präsident Perón war Argentinien für sie ein sicherer Hafen.

Mittwoch 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Legal Highs das ARD radiofeature Ein Feature über Drogen im Onlinehandel Von Jörn Klare (Produktion: NDR 2020) "Legal Highs" sind neue, wirkungsstarke Drogen. Erkennt und verbietet der Gesetzgeber eine entsprechende Substanz, werden bald darauf neue chemische Verbindungen vertrieben - teils sogar über bekannte Onlineportale. Bei den immer wieder neuen Substanzen fehlen Erfahrungswerte zu Dosierungen und Wechselwirkungen. Einzelne Stoffe sind so hoch konzentriert, dass allein schon der Hautkontakt mit kaum sichtbaren Mengen lebensgefährlich ist. Konsument*innen gehen ein hohes Risiko ein.

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Gefährliche Beziehungen. Über Verstrickung und Lösung aus der Abhängigkeit (3). Gestaltung: Johannes Kaup Kryptoökonomie. Potentiale und Gefahren (3). Gestaltung: Gerald Nestler Kraftwerk. 50 Jahre Mensch-Maschinen-Musik (3). Gestaltung: Stefan Niederwieser

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Stippvisite: Der Trompeter Valentin Garvie mal wieder in Frankfurt Valentin Garvie - Trompeter ohne Grenzen

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